Steuerberater Partner werden

Steuerberater zu sein ist weit mehr als nur die Erstellung von Jahresabschlüssen und Steuererklärungen. Haben Sie sich jemals gefragt, wie sich Ihr beruflicher Alltag verändern würde, wenn Sie die Zügel in einer Kanzlei selbst in der Hand halten? Eine Partnerschaft in einer Steuerkanzlei erlaubt Ihnen genau das. Sie steigen aus der Rolle des angestellten Experten auf und werden zum Mitunternehmer – mit allen Rechten und Pflichten, die dieser Schritt mit sich bringt. Wenn Sie Steuerberater Partner werden, übernehmen Sie Verantwortung für Mitarbeiter und Mandanten gleichermaßen und gestalten die Zukunft der Kanzlei aktiv mit. 

Dieser Schritt ist mit Freiheiten, aber auch Risiken verbunden. Doch warum ist gerade der Partnerstatus so attraktiv? Liegt es allein an der Gewinnbeteiligung oder steckt mehr dahinter?   

Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, welche Vorteile es mit sich bringt, Steuerberater Partner zu werden und zeigen Ihnen auch die notwendigen Voraussetzungen auf.

Vorteile einer Steuerberater Partnerschaft

Ein Blick auf die Karrierewege vieler Steuerberater zeigt, dass ein Partnerstatus als Höhepunkt des beruflichen Werdegangs betrachtet wird. Doch nicht nur Prestige und ein höheres Gehalt als Steuerberater spielen dabei eine Rolle. Die Gründe für diesen Schritt sind vielfältig und oft sehr persönlich geprägt. Wenn Sie sich fragen, ob der Partnerstatus in einer Steuerkanzlei der richtige Weg für Sie ist, überlegen Sie sich zunächst, was Sie wirklich antreibt.

Das sind drei Vorteile, wenn Sie Steuerberater Partner werden:

  1. Unternehmerische Freiheit: Der erste große Vorteil ist die unternehmerische Freiheit. Sie können im Team Entscheidungen über die Kanzleistrategie treffen und sind maßgeblich an der Weiterentwicklung beteiligt.
  2. Finanzielle Beteiligung am Kanzleierfolg: Während Angestellte in der Regel ein fixes Gehalt beziehen, können Partner zusätzlich von den Gewinnen profitieren. Das bedeutet jedoch nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Verantwortung für die finanzielle Gesundheit der Kanzlei. Wer unternehmerisch denkt und sich für wirtschaftliche Zusammenhänge begeistert, empfindet diese Verantwortung allerdings eher als Ansporn denn als Bürde. Hinzu kommt der Reiz, ein eigenes unternehmerisches Profil zu entwickeln. Partner in einer Steuerkanzlei sind häufig diejenigen, die neue Mandanten akquirieren, Netzwerke pflegen und das Kanzleiprofil in der Öffentlichkeit schärfen.
  3. Freiheiten bei der Auswahl der Mandanten: Auch das Thema Mandantenstruktur ist von Bedeutung. Als Partner haben Sie oftmals größere Freiheiten, sich auf spezielle Branchen oder Fachgebiete zu konzentrieren, sei es auf Start-Ups, mittelständische Betriebe oder Konzerne.

Die Partnerschaft eröffnet Ihnen also die Möglichkeit, mitzugestalten und zu profitieren. Damit das gelingt, müssen Sie allerdings bestimmte Voraussetzungen mitbringen.

Voraussetzungen, um Steuerberater Partner zu werden

Viele angestellte Steuerberater träumen davon, irgendwann einmal auf der Visitenkarte das Wort “Partner” stehen zu haben. Doch was braucht es, um diesen Titel zu tragen? Zunächst einmal ist ein hohes Maß an Fachkompetenz gefragt. Mandanten erwarten zurecht, dass ein Partner in steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragen souverän berät und selbst komplexe Sachverhalte versteht. Diese Expertise sammeln Sie nicht nur während der Steuerberater Ausbildung bzw. der Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung, sondern vor allem in der Praxis.   

Doch Fachwissen allein reicht nicht aus. In einer Partnerschaft geht es auch um Führungsqualitäten. Sie müssen für sich folgende Fragen beantworten können:

  • Bin ich in der Lage, ein Team zu motivieren?
  • Kann ich ein Team leiten?
  • Kann ich Verantwortung delegieren?
  • Kann ich Mitarbeiter fördern, aber auch fordern?

Die Führung und Förderung von Mitarbeitern liegt nicht jedem. Wer dafür ein Händchen hat oder sich die Fähigkeiten aneignet, der hat gute Chancen auf eine Partnerschaft.

Weitere wichtige Voraussetzungen sind unter anderem:

  • Kommunikationsstärke: Sie haben während Ihrer alltäglichen Praxis mit Mandanten, Partnern, Banken, aber auch den eigenen Mitarbeitern zu tun. Wer hier souverän auftritt, Konflikte offen anspricht und konstruktive Lösungen sucht, sammelt wertvolle Pluspunkte.
  • Networking: Gut vernetzt zu sein kann sich als sehr wertvoll erweisen. Daher muss ein Steuerberater auch gut netzwerken können. Ein Steuerberater Partner repräsentiert die Kanzlei nach außen, knüpft Kontakte zu potenziellen Mandanten und baut langfristige Beziehungen auf.
  • Organisationstalent: Als Partner müssen Sie Managementaufgaben übernehmen. Sie kalkulieren Budgets und optimieren Prozesse. Daher sollten Sie auch über gute kaufmännische und strategische Fähigkeiten und Kenntnisse verfügen.

Steuerberater Partner werden - Verantwortung und Freiheiten

Der Status “Steuerberater Partner” bringt viele Freiheiten mit sich. Allerdings geht mit der neuen Position auch viel Verantwortung einher. 

So sind Sie z. B. verantwortlich für

  • Ihre Mitarbeiter
  • Die Finanzen der Kanzlei
  • Die langfristige, strategische Ausrichtung.

Dem gegenüber stehen Freiheiten, die Sie als Steuerberater ohne Partnerstatus nicht haben, z. B. die freie Auswahl von Mandanten und möglichen Spezialisierungen oder deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten.

Steuerberater Partner werden - der Weg dorthin

Den Entschluss zu fassen, Steuerberater Partner zu werden, ist nur der erste Schritt. Danach folgt ein komplexer Prozess. Am Anfang steht oft ein Gespräch mit den bestehenden Partnern. Hier werden grundsätzliche Fragen geklärt, wie z. B.: 

  • Wie hoch ist die Kapitaleinlage?
  • Welche Stimmrechte sind damit verbunden?
  • Welche Erwartungen haben die Partner an Sie?

Egal ob Sie bereits länger in der Kanzlei als Steuerberater tätig waren oder sich als Externer als Partner bewerben: In jedem Fall wird Ihre fachliche Kompetenz geprüft, aber ebenso auch die Persönlichkeit und die wirtschaftlichen Vorstellungen. 

Im nächsten Schritt geht es um die Finanzierung. Nicht jeder angehende Partner hat das nötige Kapital parat, um sich mit der notwendigen Summe zu beteiligen. Banken bieten spezielle Darlehen für Kanzleibeteiligungen an. 

Wichtig ist, dass für Sie die Investition machbar ist, ohne dass es eine finanzielle Belastung erzeugt.

Parallel wird in der Regel die künftige Beteiligung am Gewinn und die Verteilung der Aufgaben innerhalb der Kanzlei geklärt. Es geht um Fragen wie:

  • Wer übernimmt welche Mandanten?
  • Wie groß ist der Aufgabenbereich?

Mitunter kann es sinnvoll sein, sich erst auf einen kleineren Anteil zu einigen und diesen später auszubauen.

Haben Sie sich mit den Partnern auf die Bedingungen geeinigt, folgt die rechtliche Umsetzung. An dieser Stelle kommt es zur Unterzeichnung der Partnerschaftsverträge und möglichen Zusatzvereinbarungen. Eine sorgfältige Prüfung durch einen erfahrenen Rechtsanwalt oder Notar ist hier Pflicht, um späteren Missverständnissen vorzubeugen.

Der Schritt in die Partnerschaft ist ein Meilenstein, der Sie beruflich wie persönlich wachsen lässt. Sie übernehmen mehr Verantwortung, haben aber gleichzeitig auch mehr Gestaltungsspielraum. Während Sie zwar finanzielle Risiken eingehen, profitieren Sie zeitgleich jedoch von den Gewinnen der Kanzlei. 

Wenn Sie diese Herausforderungen annehmen möchten und sich in der Rolle des Steuerberaters mit unternehmerischer Verantwortung sehen, kann dieser Schritt ein großer Gewinn für Sie sein. 

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